Ein Artikel von Martin Keuler und Veit Jürgens

Sri Lanka – The place to be

Sri Lanka ist in aller Munde. Immer mehr Leute schwärmen von Sri Lankas reicher Kultur und seiner faszinierenden Natur. Von den herzlichen Bewohnern, der leckeren Küche und nicht zuletzt von den konsistenten Wellen in tropisch warmem Wasser.

Da der Tourismus Land und Leute bekanntlich nie unverändert lässt, raten wir Dir möglichst bald Deinen Surftrip ins einstige Ceylon zu planen. Bali war gestern – heute ist Sri Lanka!

Seit Sri Lanka im Jahre 2009 das Ende des Bürgerkriegs verkündete und die Rückschläge des Tsunami von 2004 zumindest auf den ersten Blick als verkraftet erscheinen, boomt der Tourismus im ganzen Land.

Sri Lanka ist daher als Surfdestination kein wirklicher Geheimtipp mehr. Camps und Surfschulen eröffnen Woche für Woche. Surfshops und Ding-Repair-Läden sprießen aus dem Boden. Hostels, Homestays, Hotels und Restaurants konkurrieren um die Urlauber aus Skandinavien, den Niederlanden, dem deutschsprachigen Raum, Frankreich, Israel, Russland, Australien und den USA.

Die Beliebtheit unter Surfern hat gute Gründe. An den Küstenregionen im Südwesten des Landes laufen von November bis März recht konsistente Swells ein und lassen unzählige, teilweise noch von den Massen unentdeckte Wellen brechen. Und von Mai bis Oktober verwandeln konstante Süd-Ost Swells die Pointbreaks im mittlerweile recht bekannten Arugam Bay und Umgebung in natürliche Wasser-Skateparks.

Surfen in Sri Lanka versus Bali und Indonesien

Generell sind die Wellen auf Sri Lanka eher etwas gemütlicher und dadurch bestens geeignet für Anfänger, Intermediates und selbst den surfsüchtigen deutschen „Ripper“.

Die Swells nehmen niemals Monstergröße an, viele Wellen laufen über Sandboden und die Riffe sind nicht annähernd so aktiv und scharf wie in Indonesien. Das ermöglicht recht ungefährliche erste Rifferfahrungen und bringt einen weiteren entscheidenden Vorteil mit sich:

Den chargenden Australier, der sich routiniert bei jedem guten Set die Vorfahrt erpaddelt, wird man auf Sri Lanka eher selten antreffen.

Schlicht und einfach, weil ihm die Wellen dort zu soft sind und man Barrels auf Sri Lanka (nahezu) verzweifelt sucht. Den Durchschnittssurfer aus Europa macht Sri Lanka hingegen glücklich.

Und auch Surfanfänger finden in Bezug auf Wellenniveau und Surfcamp-Angebot ideale Bedingungen zum Surfenlernen vor.

Anreise

Der internationale Flughafen Bandaranaike International Airport (CMB) befindet sich nördlich der Hauptstadt Colombo. Einige Fluggesellschaften wie Etihad Airways, Emirates, Qatar Airways oder Oman Air steuern ihn täglich (mit Zwischenstopp) von allen großen Flughäfen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz aus an. Für Süddeutsche lohnt sich ggf. das Angebot von Austrian Airlines zu checken, welche zu erschwinglichen Preisen von Wien aus direkt fliegen.

Wenn Du es gut erwischt, kommst Du unter 600,- € inkl. Boardbag und unter 12 Stunden Flugzeit weg. Die Zeitverschiebung beträgt je nach unserer Sommer- bzw. Winterzeit 3,5 bzw. 4,5 Stunden. Damit lohnt sich eine Reise nach Sri Lanka schon ab zwei Wochen.

Tipp: Spät am Abend Anreisenden sei eine Nacht in Negombo nahegelegt (das übrigens, wie auch die Strandorte weiter nördlich ein gutes Kiterevier ist). Von hier verkehren tagsüber Regionalzüge nach Colombo und von dort weitere in den Süden.

Visum

Wenn Du unter 30 Tage im Land bleibst, benötigst Du lediglich ein elektronisches Visum. Dieses kann Du einfach auf www.eta.gov.lk online beantragen. Es ermächtigt zur zweimaligen max. 30-tägigen Einreise innerhalb von 6 Monaten und kostet aktuell 32 € (Stand: Februar 2016). Die Bestätigung per E-Mail solltest Du in der Regel innerhalb weniger Stunden erhalten.
Hast Du das Glück, länger als 30 Tage bleiben zu können, kannst Du das Visum um bis zu 90 Tage verlängern. Eine ausführliche Übersicht der einzelnen Optionen erklärt Dir Tatjana auf ihrem Blog www.zielungewiss.de.

SIM-Karten /Internet

Um ganz entspannt mit den zu Hause gebliebenen Liebsten in Kontakt bleiben und jederzeit den Forecast checken zu können, lohnt es sich eine lokale SIM-Karte zu kaufen. Die SIM-Karten gibt es z.B. direkt am Flughafen in Colombo. Frage nach einer SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen. Die Karten sind günstig (5 GB kosten ca. 8 €) und die Netzabdeckung ist gut. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Anbieter „Dialog“ gemacht. Guthaben aufladen oder Datenvolumen nachbuchen kann man in nahezu jedem kleinen Ort für wenige Euros.

Reisen im Inland ohne und mit Surfboard

Das Reisen innerhalb Sri Lankas gestaltet sich sehr unkompliziert und ist super günstig – man sollte jedoch ein paar Dinge beachten:

  • Reisen in Sri Lanka dauert generell länger als bei uns. Die Straßen sind oft in schlechtem Zustand und neben Bussen und wenigen Autos verkehren auf ihnen unzählige Tuk Tuks, immer wieder Fahrradfahrer und Fußgänger und gelegentlich Kühe, Wasserbüffel und Warane.
  • Öffentliche Busse sind die Könige der Straßen… und nehmen wenig Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Private wie öffentliche Busse verkehren 24/7 und halten fast überall, wenn man ausdrücklich genug (!) mit ausgestrecktem Arm und nach unten zeigender Handfläche zu sich hin wedelt. Für 100 km zahlt man je nach Verhandlungsgeschick, Laune des Kassierers und Gepäck zwischen umgerechnet 50 Cent und 1 Euro. Mit dem Surfbrett bist Du am Straßenrand allerdings kein gern gesehener Passagier. Vor allem die öffentlichen Busse verfügen kaum über Stauraum.

Busrouten findest Du auf www.routemaster.lk.

  • Taxi fahren ist verhältnismäßig teuer. Man spart Zeit und vermeidet Stress – aber verpasst eventuell tolle Erfahrungen. Eine Fahrt vom Flughafen zur Südküste sollte ab 50 € zu organisieren sein. Für eine Fahrt nach Arugam Bay rechne mit mindestens 120 €.

Am Flughafen gibt es einen Taxischalter bei dem Du Taxifahrten buchen kannst. Auf den Internetseiten des Airports findest Du Richtwerte für Taxipreise für die jeweiligen Orte (für Arugam Bay schaue nach Pothuvil).

Ein privater Anbieter ist Celyonairporttransfers, bei dem Du vorab ebenfalls einen Preis erfragen kannst.

Wenn Du mit eigenem Board unterwegs bist, habe Deine eigenen Softracks oder Spanngurte mit.

  •  Tuk Tuk-Taxis eignen sich vor allem für kurze Strecken. Die schnatternden Dreiräder lassen sich überall anhalten und nehmen bis zu drei Personen mit. Auch mehrere Boards kann man problemlos mit einem Spanngurt auf das Tuk Tuk-Dach zurren – vorausgesetzt der Fahrer oder man selbst hat einen solchen (mitnehmen!). Für 5 km bezahlt man etwa 2 €, ein wenig Aufpreis und der Fahrer wartet gerne eine Surfsession über am Spot und passt auf Deine Wertsachen auf.

Unsere treuer Tuk Tuk Fahrer Hakeem in Arugam Bay. Seine Telefonnummer: +94 77 902 8604. Bestelle Grüße von Veit

  • Du kannst auch ein Tuk Tuk zum Selbstfahren mieten! Pick and Go Travels vermietet Tuk Tuks Tage- oder Wochenweise. Du benötigst einen internationalen Führerschein. Bedenke aber, dass längere Fahrten mit dieser Blechdose auf 3 Rädern echt anstrengend sein können. Lies hier einen Erfahrungsbericht von Steph und Tony.
  • Roller leihen (inkl. Surf-Rack) geht an der Südküste. Für 7-10 €/ Tag bekommst du Roller mit Rack und Helm.

In Arugam Bay hält die Tuk Tuk Taxi Mafia ihren Daumen drauf. Hier bekommst Du vielleicht einen Roller (es wird damit aber nicht offen geworben) aber keine Racks. Ein Tuk Tuk mieten ist aber möglich, ask around.

Und Vorsicht: Der Linksverkehr auf Sri Lankas Küstenstraßen ist gefährlich (auch im Vergleich zu Bali). Wer ein paar Mal mit erfahrenen Tuk Tuk-Fahrern auf den Seitenstreifen ausweichen musste, damit sich zwei überholende, mit jeweils 70 km/h entgegenkommende Busse nicht in die Quere kommen, weiß Bescheid. Mach‘ Dir auf jeden Fall erst ein Bild und überlege gut, ob Du das Risiko selbst Roller oder Tuk Tuk zu fahren eingehen willst.

  • Zugfahren ist wohl das sicherste, zuverlässigste und eindrucksvollste Fortbewegungsmittel der Insel. Die alten Eisenbahnen rattern auf Schienen aus Kolonialzeiten, einem recht gut ausgebauten Streckennetz. Bahnhöfe und deren Technik sind wie ein Blick ins Geschichtsbuch. Besonders im Hochland bieten sich wunderschöne Bergpanoramen die man aus offenen Türen bestaunen kann. Absolut empfehlenswert sind die Strecken Ella – Nuwara Eliya – Kandy. Die Apps „Sri Lanka Train Schedule“ (Android) und „SL Railway“ (iOS) leisten mit ihrer Fahrplanauskunft treue Dienste.

Im Zug reist es sich zudem in der Regel problemlos mit dem eigenen Surfbrett.

Ein Erlebnis: Zugfahren in Sri Lanka. Foto: Sven Hohenstein

 Wie kommt man am besten nach Arugam Bay?

Während des Bürgerkrieges waren es nur hartgesottene Surfer, die den Weg nach Arugam Bay auf sich nahmen. Bis 2009 führten die minengesäumten, Schotterstraßen an zahlreichen Militärposten mit maschinengewehrbewaffneten Soldaten vorbei, die gern auch etwas Schmiergeld annahmen.

Heute ist die Anreise einfacher, kann aber noch immer eine Strapaze sein. Unsere Empfehlung: Wenn Du Zeit hast, lass es langsam angehen.

Günstig und erlebnisreich ist die Kombination Zug und Bus: mit dem Zug bis Ella oder Badulla und dann weiter mit dem Bus nach Pottuvil. Alternativ kannst Du auch nach Batticaloa reisen (auf dem Weg kannst Du die Sehenswürdigkeiten Sigirya und Polonnaruwa mitnehmen, s.u.) und dann einen Bus nach Pottuvil nehmen.

Wenn Du keine Zeit zu verlieren hast und über ein entsprechendes Budget verfügst, nimm vom Flughafen ein Taxi. Rechne mit mindestens 7 Stunden Anfahrtszeit und 120 EUR Fahrtgebühr (s.o.).

Die vielleicht beste Lösung für Eilige mit schmalen Budget sind Langstrecken Intercity-Busse. In Colombo fahren diese ab Maradana Zahira College (gegenüber Maradana Train Station) 1x täglich, ab 8 Uhr abends. Ankunft in Pottuvil ist 4 Uhr morgens. Kostenpunkt: 8 EUR, plus ggf. Gepäckgebühren (Reservierung empfohlen unter Tel: +94 (0)711923997.

Surf Equipment

Eigenes Brett oder Surfboard Rental?

Anfängerbretter kann man sowohl an der Südküste als auch um Arugam Bay für unter 10 Euro am Tag leihen – einfach an den Küstenstraßen Ausschau nach „Surfboard Rental“-Schildern halten.

Fortgeschrittenen Surfern empfehlen wir hingegen ihre eigenen Boards einzupacken, da es in den wenigen Surf Shops kaum brauchbare Shortboards zu leihen oder kaufen gibt. Wie Du Dein Lieblingsbrett am besten einpackst und transportierst, kannst Du z.B. auf dem Blog von Pana von takeoffandtravel lesen.

Surf Shops

Was Surf Shops angeht, erwarte kein Niveau wie auf Bali oder gar wie in Australien.

Wenn man bei Surfwachs oder einer eventuell benötigten Ersatzleash keine besonderen Ansprüche stellt, findet man in Sri Lankas Surfshops eine kleine Auswahl an etwas überteuertem Zubehör (z.B. in Hikkaduwa, bei „Baba“ in Midigama oder in Arugam Bay bei „Cili„.

Neue Boards gibt es bei Onda in Colombo (www.onda.lk). Er importiert ein paar gängige Modelle (z.B. von 7s und HS) und verkauft diese zu europäischen Preisen. Da der Ladenbesitzer etwa einmal die Woche in den Süden nach Kabalana in seine Bootsfabrik und Lagerhalle fährt, kann man sich gegen geringen Aufpreis ein neues Brett direkt in den Süden liefern lassen.

Es gibt aber sicher bessere Orte um sich mit neuem Material einzudecken als auf Sri Lanka.

Ding Repairs

Für Ding Repairs gibt es inzwischen immer mehr brauchbare Angebote – einfach Augen auf rund um die Surfspots. Schönheitswettbewerbe gewinnen die auf Sri Lanka geflickten Boards allerdings keine.

Surfsaisons

In Sri Lanka kann man prinzipiell das ganze Jahr surfen. Von Dezember bis März wird an der Südküste zwischen Hikkaduwa und Tangale gesurft. Von Mai bis Oktober ist rund um Arugam Bay im Osten Surf Saison.

Wo Surfen in der Zwischenmonaten April und November?

Diese Frage kommt oft. Wir würden das Ziel natürlich auch vom Surf-Forecast abhängig machen. Im Zweifel findest Du rund um die Südküste mehr Infrastruktur und mehr Sehenswürdigkeiten vor. Zudem ist der Weg vom Flughafen hierhin kürzer.

Kann man zwischen Mai und Oktober auch an der Südküste surfen?

In den Monaten Juni bis Oktober wird es im Süden windiger und regnerischer. Zudem tauchen in dieser Zeit vermehrt gefährliche Quallen im Wasser auf. Wenn der Forecast stimmt, surfe also in dieser Zeit besser an der Ostküste.

Surfen im Süden (Dezember bis März)

Zwischen Dezember und März wird an der Südküste gesurft.

Auf etwa 100 km von Hikkaduwa bis Tangalle reihen sich zahlreiche Surfspots aneinander. Die Palmenstrände sind wunderschön, das Angebot an Unterkünften mit Blick auf die Wellen reichlich.

Perfekt um unserem Winter zu entfliehen.

Surfspots im Süden

Hikkaduwa
„Hikka“ ist DER Partyort und Ziel vieler Pauschaltouristen.

Der Lefthander und Reefbreak Benny’s ist für erfahrenere Surfer. Am Main Reef, einem A-Frame, kann es voll werden im Wasser.

Surfen in Sri Lanka – The place to be

Room with a view…

Kogalla
Hier laufen einige kaum gesurfte Wellen. Frage die Locals in Kabalana oder Midigama nach Infos, surfe die Spots nicht zum ersten Mal bei Low Tide und lese die Spotbeschreibung für Kabalana…

Kabalana
Eine der besseren Wellen der Region. Eine lange Linke und eine kürzere Rechte, die ca. 300 m weit draußen über ein Riff brechen. Der Paddle Out kann an größeren Tagen anstrengend sein. Etwa einmal pro Jahr werden hier Süßwasserkrokodile gesichtet, welche aus dem nahegelegenen Kogalla Lake ins Meer schwimmen.

Wir bekamen eines Abends tatsächlich Besuch im Line-Up von einem 4-5 Meter Krokodil – keine Erfahrung, die man unbedingt gemacht haben muss.

Vielleicht sind deshalb die Wellen um Kogalla meist ungesurft.
Der Beachbreak von Kabalana eignet sich gut für Anfänger und bringt bei gutem Zustand der Sandbänke auch Fortgeschrittenen Spaß.

Kabalana

Pebbles Beach
Zwischen Welhengoda und Ahangama bei den Stelzen der „Stick-Fischer“ gibt es einen A-Frame sowie eine Linke welche nicht super konstant aber meist ungesurft über Riff laufen.

Fischen heute nur noch für die Fotografen so: die Stelzenfischer

Gas Station
Am östlichen Ortsanfang von Ahangama (direkt bei der Tankstelle) läuft eine gemütliche linke Welle die kaum gesurft wird.

Devil’s Island
In Ahangama. Ein malerischer Spot! Direkt neben einer winzigen von Krähen umkreisten Insel, welche man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann. Von Mid- bis Hightide laufen hier linke und rechte Wellen. Aber Vorsicht: Das Riff ist scharf und übersät mit Korallenköpfen. Außerdem kommt man den scharfen Felsen im Westen der Bucht gefährlich nahe, paddelt man nicht gegen die Strömung oder surft hin und wieder eine Rechte.

Nach dem Sunset-Surf kann man sich im traumhaft gelegenen Sion Surf Camp mit Blick auf’s Wasser ein Bier genehmigen.

Lazy Right
Am westlichen Ortsanfang von Midigama gelegen. Wie der Name schon vermuten lässt, eine einfache Rechtswelle. Sie eignet sich für erste Rifferfahrungen, ist allerdings recht windanfällig.

Lazy Left
Ein paar hundert Meter östlich von Lazy Right läuft deren bessere Hälfte, die vermutlich am meisten gesurfte Welle der Region. Für Anfänger und Intermediates bestens geeignet um sich an kleineren Tagen an das Riffsurfen ranzutasten. Mit dem Longboard oder an großen Tagen auch für Fortgeschrittene eine spaßige Welle.

Ram’s
Die wohl kraftvollste Welle der Region, mitten in Midigama vor der gleichnamigen Unterkunft gelegen. Eine eher kurze knackige Rechte, die häufig barrelt. Und eine kurze steile Linke mit Close-Out Endsection die Richtung Felsen läuft. Nur für erfahrenere Surfer! Schaue vorher zu oder erkundige Dich, wie Du unversehrt zwischen den Felsen hindurch wieder an Land paddelst.

Plantation & Coconut
Etwas östlich von Ram’s in Midigama brechen Plantation und Coconut. Zwei mittelklassige Wellen, die jedoch immer einen Check wert sind. Passt auf das Riff auf beim Rein und Raus.

Mirissa
Bekannter rechter Pointbreak in der kleinen Bucht des gleichnamigen Örtchens. An besseren Tagen wird es auch mal voll im Wasser. Die Stimmung ist aufgrund der eher gemütlichen Welle und dem wunderschönen Setting dennoch entspannt.

Nicht umsonst ist der Ort Mirissa für viele der Lieblingsort. In der Hauptsaison wird der Strand zur Fisch-BBQ- und Partymeile.

Mirissa

Madhia
Zwischen Mirissa und Matara brechen bei Madhia eine rechte und 100 m östlich davon eine linke Welle. Die Rechte ist nicht sehr kraftvoll, läuft aber über eher flaches Riff. Beim Rein und Raus können Booties nicht schaden.

Die Linke hingegen hat deutlich mehr Wums und wirft gelegentlich Barrels. Das Riff ist flach und scharf. Aufpassen!

Im hippen Coffee Point unweit der rechten Welle kann man nach der Session bei gutem Café und leckeren Crêpes ausspannen.

Spots östlich von Matara
Hinter Matara werden die Wellen kleiner. Von Dondra über Talalla bis Tangalle gibt es aber einige hübsche Sandstrände und je nach Zustand der Bänke können diese schöne Wellen für Anfänger bescheren.

Beach Breaks östlich von Matara

Surfcamps im Süden

An der Südküste wirst Du viele Angebote an Surfcamps finden. Vier seien hier genannt:

Surfen rund um Arugam Bay (Mai bis Oktober)

Ox crossing…

Arugam Bay ist eine Bucht, 4 Kilometer südlich vom Ort Pottuvil, der auch die Endstation der hierhin fahrenden Fernbusse ist.

Die Ursprünglichkeit dieser Gegend macht ihren Reiz aus.

Zum einen hat dies damit etwas zu tun, dass der Bürgerkrieg bis 2009 ein Reisen in diese Gegend einschränkte. Manche sagen, es sei wie Kuta Beach auf Bali zu seinen Anfangszeiten. Insofern fühlt sich Arugam Bay noch etwas nach Entdecken an.

Zum anderen hat dieser Teil besonders dieser Küstenabschnitt unter dem Tsumani 2004 gelitten. Alles musste neu aufgebaut werden.

Surfspots Arugam Bay

Die Anzahl der Spots rund um A-Bay ist etwas überschaubarer als im Süden. Alle Wellen in dieser Gegend sind Righthander – Regular Footer’s Paradise! Bester Monat ist August, in dem es aber auch etwas voller wird im Line Up.

Arugam Bay – Main Point

Verdient das Prädikat Weltklasse. Rechter Pointbreak, mehrere Sektions, sehr consistent, meistens volles Line Up. Stehe sehr (!) früh auf oder surfe während der Seabreeze zur Vermeidung der Crowds. Ziehe besser Reefbooties für die ersten Meter ins Wasser an.

Arugam Bay Main Point

Baby’s
Die innere Section vom Main Point. Ein kleiner rechter Pointbreak für Anfänger, daher der Name. Aka Mambo’s.

Life’s a Beach!

A-Bay Beach
Je nach Zustand der Sandbänke bricht’s mal hier mal dort. Meistens zu wenig Wellen für zu viele Surfer. Zudem Backwash. Für Desperates.

Stardust
Manchmal läuft dieser kleine Point direkt in Front des Stardust Hotels.

Pottuvil Point
20 min Tuk Tuk-Fahrt nördlich von A-Bay. Vom Whiskypoint kann man auch hinlaufen. Wunderschöner Pointbreak, der die längsten Fahrten der Gegend bescheren kann. Benötigt aber viel Swell, damit er läuft. Das passiert selten… ein Jammer!

Pottuvil Point

Whiskeypoint
Softer, meistens etwas kraftloser rechter Pointbreak, entsprechend viele Anfänger, die gerne – entweder aus Unwissenheit oder sturer Ignoranz – reindroppen oder im Weg liegen (Achtung: viele Unfälle).

Chillen und Abhängen lässt es sich fantastisch in der Sababa Bar mit Blick auf den Break.

Whiskey Point

Lighthouse
30 min nördlich von A-Bay. Welle, die sicher nicht jeden umhaut, aber die Atmosphäre hier ist einfach unschlagbar. Zwei Semi-Pointbreaks (einer am Leuchtturm und einer 2 min fußwärts weiter südlich, der aber seltener läuft). Schwer zu finden, von einem gewieften Tuk Tuk Fahrer hinbringen lassen.

Veit’s Take Off @Lighthouse. Foto: Katharina Chorzela

Elephant Rock, Crocodile Rock
10 min südlich von A-Bay. Elephant Rock, ein Pointbreak, kann gut sein, wenn viel Swell da ist. Meiste Zeit aber ein Babyanfängerspot. Crocodile Rock ist direkt daneben am Beach.

Culture Clash am Elephant Rock

Peanut Farm
15 min südlich von A-Bay. Unserer Meinung nach der zweitbeste Break der Gegend. Drei Sektions, die Anfänger von besseren Surfern teilen. Die Outside Section wirft manchmal Barrels raus (Achtung: Felsen in der Take Off Zone). Perfekter Ort für einen Strandtag.

Sunset Surf #nofilter

Panama
Zwischen Peanut Farm und Okanda. Rivermouth Spot. Wird selten gesurft, funktioniert je nach Zustand der Fluss-Sandbänke. Go Explore!

Go Explore!

Okanda
1 Stunde südlich von A-Bay. Toller rechter Pointbreak an einem Ort, der sich anfühlt, wie das Ende der Welt. Etwas Glücksache hier einen guten Tag zu erwischen, tendenziell bricht der Spot ab August besser, wenn mehr Westswell hinzu kommt.

Der Trip hierhin durch wilde Natur an der Nationalparkgrenze ist es in jedem Fall wert. Breche am besten vor Sonnenaufgang auf und Du wirst mit einer Sonnenaufgangs-Session belohnt.

Auf dem Rückweg beim Kundumbigala Kloster Halt machen und die fantastische Aussicht vom Hügel genießen!

Kundumbigala Monastery

Südlich von Okanda
Nach Okanda ist die Straße zuende. Mit dem Boot sind weitere Spots im erreichbar. Eignet sich für Entdecker mit mehr Taschengeld.

Surfcamps, Unterkünfte und weitere Tipps Arugam Bay

Die Anzahl „echter“ Surfcamps bzw Surfschools in Arugam Bay ist überschaubar:

  • Safa Surfcamp wird vom Local Fawas geführt und ist ein gutes Camp für Anfänger, die in Arugam Bay surfen lernen wollen.

Unterkünfte

Entlang der Straße findest Du zahlreiche Optionen. Außerhalb den Monaten Juli und August findest Du spontan noch ein Bett. Im Juli und August ist vorbuchen ratsam.

Hier nur einige, von vielen Optionen:

  • Ranga’s Beach Hut: Treffpunkt für alle Surf Hipster. Leckere Küche. Gut auch zum netzwerken. Die Baumhaus-Unterkünfte sind besonders beliebt. www.arugambaybeachhut.com
  • Mambo’s: Das Pendant von Mambo’s in Hikkaduwa, direkt am Main Point. Loungig, Yogakurse, Elektro Beats. Für Viele the Place to be. Kein Schnäppchen. www.mambos.lk
  • Rupa’s: Ebenfalls nah am Main Point, Zimmer mit unterschiedlichem Preisniveau. Facebookseite
  • Sunrise Beach Hotel: Klein und fein. Zimmer entweder mit eigenem Bad oder Gemeinschaftsbad. Entsprechende Budgetoptionen. www.arugambay-sunrise.com

Surf Map

Auf der interaktiven Surf Map findest die viele der oben erwähnten Surfspots, Surfcamps, Unterkünfte sowie weitere Points of Interest.

Was ist das Tagesbudget für Sri Lanka?

Natürlich kann man mehr oder weniger ausgeben. Hier aber mal ein paar Richtbeträge für klammere Surfer:

  • Tagesmiete Surfboard: 1.000 LKR
  • Tuk Tuk Fahrt (Hin-und zurück) zu einem Surfspot  1.000 LKR
  • Essen: im Schnitt 900 LKR  pro Tag (ohne Bier)
  • Unterkunft: ab 1.000 LKR
  • Gesamt 3.900 LKR pro Tag (23 EUR).

Extratipp: Exkurs auf die Malediven

Wenn Du über Zeit und das entsprechende Budget verfügst, überlege Dir, ob Du Deinen Trip nach Sri Lanka mit einem Exkurs auf die Malediven verbinden möchtest! Von Colombo sind es nach Male lediglich 1 Stunde Flugzeit! Lies auch meinen Artikel über die Malediven.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Vor allem, wenn Du mehrere Wochen Zeit hast, empfehlen wir Dir mehr von Sri Lanka anzusehen als nur die Surfregionen. Am besten Du planst hierfür ein paar zusätzliche Tage ein. Einige der genannten Tipps findest hier und zudem in der interaktiven Karte.

Sigirya und die Wolkenmädchen

Besteige den Monolithenpalast des Königs Kassapa und bestaune die Wolkenmädchen.

Cave Temple und Golden Temple

Schaue Dir in Dampu den Höhlentempel (Cave Temple) an und bewundere Wandmalereien und hunderte Buddhastatuen aus dem 11. Jahrhundert. Fotoreif ist auch die Buddhastatue des Golden Temple. Das Museum lohnt sich nicht.

Polonnaruwa

Sehenswert ist die alte Haupstadt Cylons, deren antike Stätte zum Unesco-Weltkulturerbez zählt. Erkunde die archäologische Museumstadt am besten mit dem Fahrrad.

Zugfahrt ins Bergland
Lass Dir eine Zugfahrt nicht entgehen und reise mit der Bahn an zahlreichen Teeplantagen vorbei in das Bergland nach Nuraway Elyia, Haputale oder Ella. Von dort kannst Du zahlreiche Wanderungen unternehmen.

Galle
Mach einen Stopp in Galle, der von Portugiesen und Niederländern geprägten Kolonialstadt.

Ayurveda-Kur
Mache eine mehrtägige oder sogar mehrwöchige Ayurveda-Kur. Lies hier den Erfahrungsbericht von Veit!

Weitere klasssische Reisetipps zu Sri Lanka findest Du z.B. auf dem Fotoblog 22 Places von Jenny und Sebastian.

Fazit

In Bezug auf Surfen macht den besonderen Reiz Sri Lankas die ganzjährig surfbaren Wellen unter Palmen aus, für die man zudem kein Pro Surfer sein muss.

Das Surfziel ist somit durch aus eine Alternative zu Bali und Indonesien, vor allem für den europäischen Durchschnitts-Surfer.

Budgettechnisch ist das Reiseziel mit Indo vergleichbar, tendenziell etwas teurer.

In Bezug auf Natur- und Kulturschätze hat dieses kleine Land noch viel mehr als nur Strand und Wellen zu bieten.

Übrigens: Auch Teilzeitaussteiger und Bloggerkollege Markus von Teardropsurf hat unterhaltsame Geschichten aus seinem Surferleben in Sri Lanka zu berichten. Unbedingt reinlesen!

In diesem Sinne: Entdecke Sri Lanka!

Du hast Fragen oder eigene Erfahrungen, die Du uns gerne mitteilen möchtest? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

Über den Autor

Martin Keuler und Veit Jürgens

Martin Keuler verbessert neben seinem Studium der Psychologie als freiberuflicher User Experience-Berater digitale Welten. Seit 2008 surft er so viel er kann und war kürzlich sechs Wochen an Sri Lankas Südküste unterwegs. Veit Jürgens ist Inhaber dieses Blogs und verbachte zwei 2 Monate in Arugam Bay. Mehr über ihn findet Du unter dem Reiter "Über".

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5 Responses

  1. Markus

    Hey Veit,

    wirklich umfangreicher Artikel!

    Ich bin ja jetzt schon fast 5 Monate in Sri Lanka und kann fast alles so unterstreichen.

    Aktuell befinde ich mich in Arugam Bay. Der Main Point lief auch schon sehr gut. Leider ist es noch etwas früh in der Saison und einige Breaks benötigen noch etwas mehr Sand, damit sie laufen.

    Trotzdem kann ich die Vorsaison bis jetzt empfehlen. Von Locals habe ich mir sagen lassen, dass die auslaufende Saison (September/Oktober) besser sein soll. Dann laufen alle umliegenden Spots, da die Sandbänke entsprechend liegen.

    Zu den Crowds kann ich sagen, dass es am Main Point die letzten drei Wochen zwischen 8:00 und 11:00 meistens nicht so voll war. Es gab durchaus Sessions mit nur sechs-/sieben Leuten am Peak. Etwas weiter innen kann man auch immer was abstauben. An den Wochenenden sind auch immer mehr Locals im Wasser.

    Gerade war ich einige Tage direkt am Whiskey Point und hatte sogar eine Solosession. Um sechs am Morgen und ab vier am Nachmittag war immer am Meisten los. Gegen halb neun waren oft nur drei bis fünf Leute drin.

    Wie man weiß, ist das alles natürlich sehr unterschiedlich. Vielleicht hilft es ja trotdem jemandem etwas.

    Grüße, und weiter so!

    Markus

    Antworten
    • Veit Jürgens
      Veit Jürgens

      Hallo Markus, vielen Dank für die Schilderung Deiner persönlichen Eindrücke – auch auf Deinem Blog Teardropsurf! Gut zu hören, dass sich Crowds noch in Grenzen halten und Du schöne Sessions hast! Du kennst ja nun beide Küsten… Gefällt Dir die Süd- oder die Ostküste besser? Liebe Grüße! Veit

      Antworten
  2. Tim

    Wow, danke für diesen tollen ausführlichen Bericht! Vor allem ist die Kostenaufstellung super. So hab‘ ich endlich mal ein Richtmaß für meinen Sommerurlaub in Sri Lanka. Mega gut, weiter so! 🙂

    Antworten

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