Dass ich dem Spruch „Life is better in Boardshorts“ nicht zwanghaft anhänge, konntest Du vielleicht schon aus meinen Artikeln zu Surfen in Holland und Cornwall herauslesen. Auch wenn ich natürlich gern in tropischen Gewässern surfe, liebe ich ebenso die Küsten, die Europa zu bieten hat. Und die dazugehörige Kultur!

Ein Ziel, dass Du auf Deine Surf Bucket Liste schreiben solltest musst, ist Irland. Hier kommen 6 gute Argumente, warum Surfen in Irland eine gute Idee ist:

1. 1448 km Küste und das Erlebnis von The Search

Fast 1.500 Küste bieten eine große Vielfalt an Surfspots, darunter viele Beachbreaks, Reefbreaks und Points. Neben den Spots der Hauptinsel kommen zahlreiche weitere auf den Inseln dazu.

Die Küstenstraße Wild Altlantic Way führt an der Westküste entlang und bietet atemberaubende Natureindrücke – ideal für einen Surftrip durch Irland. Hinter der nächsten satten, grünen Weide oder dramatischen Klippe wartet oft eine einsame Bucht mit leeren Line Ups!

2. Die freundlichsten Locals der Welt

In kaum einen anderen Land habe ich so viele freundliche Menschen getroffen. Sei es der Landwirt, der anhielt und von seinem Traktor runterstieg, um uns beim Lesen der Straßenkarte zu helfen. Oder die Menschen, die man im Pub kennenlernt. Immer wieder war ich Baff über die unvorhergenomme Freundlichkeit, die mir seitens der Iren entgegengebracht wurde. Als Deutscher schaut man sich irgendwann um, ob irgendwo eine Kamera mitläuft.

Auch im Wasser geht es entspannt zu, eher hat man das Gefühl, dass sich die irischen Surfer freuen, auch mal andere Gesichter im Line up zu sehen.

3. Weil ein Guinness in Irland besser schmeckt

Das soll keine Werbung sein. Aber ein Guinness in einem Pub in Irland schmeckt einfach besser. Standard in irischen Pubs ist das „Draught“, also das Gezapfte, das man bei uns in der Regel nicht oder nur in der Dosen erhält. Das Draught ist milder als das bei uns häufiger verkaufte stärkere „Stout“ und hat eine schöne cremige Haube.

Happy Guinness!

Die hochglänzend polierten Zapfanlagen werden von den irischen Wirten gepflegt wie bei uns die Autos, gibt es doch strenge Regeln, die vorschreiben, wie das braune Gold ausgeschenkt werden darf. After Surf mit Guinness: Super!

Tipp: lass Dir erklären wie man es trinkt: Anders als ein Pils, das oft in mehreren Schlücken nacheinander herunterspült wird, nimmt man beim Guinness jeweils nur einen Schluck. Zudem wird empfohlen, danach auszuatmen.

Der Effekt ist erstaunlich: der Geschmack füllt den ganzen Kopf aus und erinnert an Kaffee. Das liegt unter anderen an der gerösteten Gerste, die dem Guinness seine braune Farbe verleiht. Das alles kannst Du auch im Guinness-Storehouse in Dublin lernen, dessen Besuch sich nicht nur wegen tollen Panoramablicks von der Gravity Bar lohnt.

4. Live-Musik

Dazu kommt in den irischen Pub die Tradition von Live-Musik.

In jedem noch so kleinen Dorf wirst Du immer einen Tag erwischen, an dem live aufgespielt wird.

Die typische irische Folk-Musik ist dabei stets gegenwärtig, aber natürlich auch Rock und Pop. Wenn Dir die Musik gefällt, darfst Du das mit einem lautstarken „Jau“ gutieren. Wer selbst ein Instrument spielt, ist immer herzlich eingeladen, zu einer Session dazu zustoßen.

Pures Irland. Pure Musik.

5. Die Klippen von Moher

Es gibt Landschaften, die man nicht vergisst, so auch die Klippen von Moher. Diese rauben nicht nur unter Höhenangst Leidende den Atem, die steilen Wände der 8 km langen Klippen fallen bis 214 m senkrecht zum Atlantik herab und sind einfach beindruckend. In der Nähe von Moher liegt der Ort Lahinche, der für seinen guten Beachbreak bekannt ist.

Umarme Irland!

6. Das Sea Sessions-Festival

Sea Sessions Festival

Einmal im Jahr findet in der irischen Surferhauptstadt Bundoran im Norden der Insel das Surf Festival Sea Sessions statt.

Neben zahlreichen Auftritten bekannter internationaler Musikbands auf mehreren Bühnen, wird ein internationaler Surf Contest, die „Expression Sessions“ organisiert. Dabei treten 10 der besten Europäischer Surfer gegeneinander an. Jede Menge Beach- und Funsportarten runden das Event ab.

In 2016 findet das Festival vom 24. bis 26. Juni statt. Hier der aktuelle Teaser:

> Lust auf noch mehr Surffestivals? Heidi von Meerdavon hat einen Artikel über die besten Surf Festivals geschrieben!

Bundoran solltest aber auch außerhalb der Festivalzeit ansteuern, die Surfspots, wie z.B. „The Peak“ und der Beachbreak Tullan gehören zu den besten Irlands!

Weitere Bilder von Irland:

FAQ

Wie kalt ist das Wasser?

Nicht so kalt wie man vielleicht denkt. Auch Irland profitiert wie auch England vom Golfstrom, der vor allem an den Südenküsten das Meer erwärmt. Im Winter liegt die Wassertemperatur sogar über der Außentemperatur. Ein 4/3-Wetuit würde ich aber einpacken.

Eine gute Surfzeit ist September/Oktober, dann ist das Wasser mit 16 bis 17 Grad noch relativ warm vom Sommer und die ersten Herbst-Swells rollen rein.

Wie sind die Wellen?

Irland bekommt viel Swell des Atlantiks ab. Seit ein paar Jahren steht Irland jeden Winter auch auf dem Zettel der Big Wave und Tow In Surfer, Mullaghmore ist Vielen mittlerweile ein Begriff.

Typisch für Irland sind allerdings auch die immer wechselnden Wetter- und heftigen Windbedingungen. An einem Tag (auch im Sommer) kannst Du Sonne, Regen und dann wieder Sonne erleben, mit wenig bis fast stürmischen Wind – innerhalb von 2 Stunden. Das macht auch das Surfen oft zu einer eiligen Sache, wenn man weiß, dass sich der Wind, der soeben noch offshore wehte, innerhalb kürzester Zeit wieder drehen und alles kaputt machen kann.

Kleine Geschichte dazu:

Eines Morgens standen mein Surfkumpan Florian und ich in Lahinche extra früh auf, um um 7 Uhr morgens den Surf zu checken. Da es verblasen war, legten wir uns nochmal bis 9 Uhr aufs Ohr. Als wir kurz nach 9 Uhr an den Strand zurückkehrten, sah zunächst alles unverändert aus. Zwei irische Surfer kamen aber gerade aus dem Wasser und fragten uns: „Hey, wo war ihr um 8 Uhr?! Es war epic!“

Fazit: Halte immer die Augen offen!

Welche Surfcamps gibt es?

Driftwood bietet einen exklusiven Surfurlaub in einem Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert bei Sligo, manchmal auch in Kombination mit einem Holzsurfbrettbau-Workshop (lies meinen Erfahrungsbericht!). Auch Endo Surf bietet Surftrips in Irland an.

Ein klassisches Surfcamp in Bundoran kannst Du bei der Bundoran Surf Company buchen.

Welche sonstigen Unterkünfte gibt es?

In einsameren Gegenden lohnen sich Bed & Breakfast-Unterkünfte, auch AirBnb. In größeren Orten, wie Sligo, Bundoran oder Galway gibt es Hostels. Wir haben zudem immer ein Zelt dabei gehabt, dass man in der Regel außerhalb der Orte überall aufschlagen darf.

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4 Responses

  1. Andrea

    Ohne es zu wissen, hab ich im Oktober auch festgestellt, dass Irland bei Bundoran ein Surf-Mekka zu sein scheint 😉 Ich war in Kinlough einquartiert und all die Surf-Shops waren gar nicht zu übersehen. In Rossnowlagh und Muckross Head habe ich länger ein paar Surfer im Wasser beobachtet, ne Welle haben sie aber nicht bekommen^^

    Antworten
    • Veit Jürgens
      Veit Jürgens

      Hallo Andrea, vielleicht waren die Wellen an dem Tag nicht so gut für die Surfer ;-). Ja, Bundoran ist wohl der bekanntest Surfort in Irland. Hast Du das Surfen denn dort auch mal probiert?

      Antworten

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