Als ich vor Jahren das erste Mal auf Bali war, war eine der ersten Begegnungen die mit einem Surfer aus Australien, der tags zuvor den Reefbreak Bingin gesurft war. Seine rechte Gesichtshälfte war komplett geschwollen und er hatte frische rote Schnitte an der Schläfe, die von Klammern gehalten wurden. Er sah aus wie ein frisch vermöbelter Preisboxer. Seine rechte Hand umklammerte ein Bintang.

„Kissed da Reef yeah-ster-dai, Mate. Kicked out of da wa-i-ve too la-i-te!“

Meine Lust, den gleichen Break zu surfen, sank binnen einer Sekunde auf den Nullpunkt.

Was ist ein Reefbreak?

Ein Reefbreak ist ein Surfspot, der nicht über Sand, sondern über einem harten Untergrund bricht. Dies können Korallenriffe, Lavariffe, Felsen, Steine oder Schiffswracks sein. Einige sind eckiger und scharfkantig und damit etwas fieser, andere platter und von Moos oder Algen überwachsen.

Berechtigter Respekt

Natürlich gibt es Reefbreaks, die dafür bekannt sind, gefährlich und nur etwas für sehr erfahrene Surfer zu sein – für "Kamikaze", "Hellmen", "Suiciders". Oft handelt es sich dabei auch um Big Wave Spots. In der Surfersprache werden diese Spots oft martialisch umschrieben und je angsteinfößender der Name, desto besser.

Draculas

Weil gerade über diese spektakulären Spots am meisten in den Medien berichtet wird, flößen Reefbreaks Anfängern und Intermediates oft zusätzlich Respekt ein.

Zum einen ist es natürlich der Untergrund, der einem Gänsehaut bereiten kann. Bodenkontakt kann zu Verletzungen führen. Es muss aber nicht gleich so heftig kommen, wie bei dem oben erwähnten australischen Surferkollegen. Die meisten Verletzungen resultieren von Schnittwunden an Füßen und Händen.

Zum anderen haben Reefbreaks oft mehr Power, da die Welle durch das abrupte Abbremsen beim Kontakt mit dem Riff mehr Energie entwickelt, die sich in Steilheit und Geschwindigkeit bemerkbar macht.

Ist ein Reefbreak grundsätzlich gefährlich?

„Die einfache Antwort lautet: n​ein.“

Schwere Verletzungen durch einen Wipe Out passieren in Relation auf die vielen Stunden, die man surft, eher selten.

Genauso, wie die genannten Profi-Reefbreaks, gibt es auch solche, die total mellow und sogar für Anfänger geeignet sind!

Und mal ehrlich – wie oft hattest Du nach einen Wipe Out an einem Beachbreak Bodenkontakt? Auch bei einem Reefbreak passiert dies nicht unbedingt öfter.

Noch seltener bis gar nicht passieren Unfälle, wenn man weiß, wie man sich in dem jeweiligen Reefbreak verhalten muss und man sich optimal darauf vorbereitet.

Trotzdem kenne ich viele Surfer, die seit langen Jahren surfen und bis heute großen Respekt, ja Angst vor Reefbreaks haben und aus diesem Grund nur Beachbreaks surfen. Und das, obwohl ihr Level mehr als Beachbreaksurfen hergibt.

Schade, denn Reefbreaks haben gegenüber Beachbreaks einige Vorteile, die das Surfenlernen erleichtern!

Was sind die Vorteile von Reefbreaks? 

1. Durch den festen Untergrund eines Reefbreaks hat dieser fixe Peaks, was bedeutet, dass sich Wellen immer in einem bestimmten Bereich aufbauen. Bei einem Beachbreak shiften die Peaks, durch den sich bewegenden sandigen Untergrund.

Ein fixer Peak erspart einem viel Orientierungsarbeit und vereinfacht die Voraussetzungen damit für das Surfenlernen enorm.

Vor fixen Peaks lassen sich natürlich auch gut Surf Contests durchführen, da sich die Surfer an diesem gut bebachten lassen. Vor vielen Reefbreaks sind entsprechend Judge Towers aufgebaut, wie in Lakey Peak auf Sumbawa.

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Lakey-Peak at Sunset

2. Ein Reefbreak bricht immer zuverlässig in eine Richtung, also entweder immer nach links (Lefthander) oder immer nach rechts (Righthander) oder der immer in beide Richtungen (A-Frame). Auch hier sind Reefs einfacher als Beachbreaks, deren Laufrichtung mehr gelesen und antizipiert werden müssen.

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Entspannte linker Pointbreak über Riff: Medewi auf Bali, Foto: Tobias Rosenberg

3. Schön ist daher die gewisse Berechenbarkeit von Reefbreaks. Die Wellen von Reefbreaks sehen sich vom Shape her immer ähnlich. Dadurch lassen sie sich gut lesen und antizipieren. Da man weiß, wo in etwa sie brechen, erwischt man – ein moderat gefülltes Line Up vorausgesetzt – mehr Wellen.

4. Ein weiterer Vorteil ist das Vorhandensein von Channels. Dies sind Bereiche mit tiefem Wasser, wo unabhängig von der Wellengröße keine Brandung ist. Hier kann man in Ruhe paddeln und braucht nicht tausende Mal durch Tonnen von Weißwasser tauchen. Somit ist Reefsurfen auch viel weniger anstrengend. Oft kann man um die Brandungszone herumpaddeln und kommt mit trockenen Haaren ins Line Up. Sehr cool!

5. Du hast auch keine große Lust auf tausendmal paddeln, tausendmal duckdiven, tausende Eskomirollen und eine halbe Stunde Arbeit bis ins Line Up? Dann springe doch auch Du lieber von einem Boot direkt ins Line Up, surfe bis der Arzt kommt, um Dir danach nach wenigen Paddelzügen ein kaltes Aftersurf-Getränk an Deck reichen zu lassen.

Auch das ist ein Vorteil von Reefs: Du kannst von einem Boot aus surfen gehen.

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Jump into the Line Up!

Ich habe Verständnis für die Angst von Surfern vor Reefbreaks, auch ich habe bis heute immer gesunden Respekt vor dem Riff.

Dennoch sollten sich Surfer nicht durch Angst die besten Wellen entgehen lassen!

Denn oft brechen nun mal die besten Wellen über Riff!

Hier kommen daher 10 Tipps damit Du beim nächsten Reefbreak entspannt Deine Wellen kriegst:

1. Studiere vorher den Break

Bevor Du Dich in einen Reefbreak stürzt, solltest Du Dich vorher gut über diesen informieren, um Dich mit dem Spot vertraut zu machen. Studiere den vorher Reefbreak gut.

Beim Spot Bingin ist es z.B. gut zu wissen, dass der letzte Teil der Welle sehr schnell zu macht und man dann Gefahr läuft, auf das Riff geknallt zu werden, wenn man nicht rechtzeitig aus der Welle rauskickt. Besser, man weiß dies vorher!

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Beschreibung des Surfspots Bingin im Stormrider Guide

  • Lese Spotbeschreibungen in Surfguides, hier sind bereits jede Menge Informationen enthalten, wie Laufrichtung, Untergrund, Swell Direction, ab welcher Swellhöhe bricht der Break etc.
  • Sprich mit Leuten, die den Break kennen oder schon gesurft sind. Unterscheide hierbei zwischen Posern, die eine Horrorstory draus machen und und solchen, die eine realistische Einsätzung geben können. Ältere Surfer sind oft die besseren Ansprechpartner.
  • Flat Conditions – idealerweise an einem windstillen, sonnigen Tag, wenn das Wasser klar ist – bieten sich an, um zum Break rauszupaddeln. Dann kannst Du Dir bei null Wellengang den Untergrund besser ansehen und hast ein besseres Gefühl, wenn Du beim nächsten reinkommenden Swell bei Brandungsbedingungen wieder draußen bist. So kannst Du Dir vorher ansehen, wie das Riff beschaffen ist, wo sich Steine oder Felsen befinden und wie es in der Take Off Zone aussieht. Extratipp: nimm eine Taucherbrille mit!

2. Suche Dir Reefbreaks, die zu Deinen Fähigkeiten passen

Dieser Punkt schließt an den obigen an. Wenn Du mit Reefbreaksurfen anfangen willst, suche Dir zunächst einen Reefbreak aus, der zu Deinen aktuellen Fähigkeiten als Surfer passen. Auch darüber geben Surfguides bereits etwas Auskunft.

Neben Breaks für Profis gibt es auch Reefbreaks, die durchaus für Anfänger geeignet und aus den genannten Gründen wunderbar zum Surfen lernen sind!

Ein Beispiel ist der Spot Ribeiras d' Ilhas in Ericeira, Portugal, dessen Riff so schön eben ist wie die Kölner Domplatte und wo sich viele Surfschulen tummeln (s. Video).

Hier kann man im mittleren Teil der Bucht an Tagen mit moderater Wellenhöhe auf dem von Moos überwachsenen Riff stehen und seine ersten Angleitversuche starten.

Auch auf Fuerteventura gibt es durchaus anfängertaugliche Spots (lies hier meinen Artikel über Fuerte):​

Andere Reefbreaks wiederum verlangen bereits etwas mehr an Können.

  • Wenn Du an einem Reefbreak surfst, der direkt vor einer sehr flachen, unebenen Zone mit vielen Steinen und scharfen Korallen bricht, sollte der Take Off im Schlaf sitzen.
  •  Du solltest in der Lage sein, nach links bzw. nach rechts zu surfen, entlang der grünen Welle.
  • Noch besser ist es, wenn Du bereits trimmen kannst, d.h. durch hoch- und runterfahren auf der Schulter Geschwindigkeit aufbauen.

3. Meide die flachen Zonen des Breaks

So simpel es klingt, versuche, die Zonen zu vermeiden, wo es sehr flach wird und die Wahrscheinlichkeit höher ist, Bodenkontakt zu haben. Dies sind bei Reefbreaks die Zonen direkt vor der Take Off Zone.

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Die meisten Reefbreaks können nicht im Weißwasser gesurft werden, d.h. ein Geradeaus-Surfen ist zwangsläufig mit Schrammeln über das Riff verbunden.

Dies kann zudem unangenehm werden, wenn Du in dieser Impact Zone gefangen bist und das nächste Set Dich über das Riff wäscht!

Meide die flachen Bereiche des Spots und nutze, wenn möglich, einen Channel in den tieferen Bereichen des Spots für den Hin- und Rückweg.


4. Fange mit kleinen Wellen an

Niemand verlangt von Dir, dass Du beim ersten Mal Reefbreaksurfen, aufrecht stehend durch die gläserne Double Overhead-Röhre surfst, nachdem Du den Vertikal Drop über dem nur 1 Meter unter der Wasseroberfläche befindlichen Korallenriff erfolgreich gemeistert hast.

Du kannst auch etwas kleiner anfangen.

  • Checke vor dem Surf die Wellenvorhersage (wie man einen Forecast liest, hat Sabine auf ihrem Blog Seayousoon.de schön erklärt.
  • Suche Dir Reefbreaks aus, die bereits ab einem Swell von 1 bis 2 Fuß funktionieren (z.B. bei einer Wellenperiode von 12-15 Sekunden)
  • Mache bei einer Wellenhöhe-zwischen 1 bis 3 Fuß Deine ersten Reefbreakerfahrungen, idealerweise mit viel Wasser unterm Kiel.

Der letzte Hinweis leitet über zu Punkt 5.


5. Kenne die aktuellen Gezeiten

Damals auf Bali war ich ein absoluter Kook.

Ich erinnere mich, wie mein Bruder Till und ich in den Spot Green Ball rausgepaddelten und uns freuten, weil uns gerade ein paar andere Surfer in diesem Moment entgegen kamen, um ihre Session zu beenden und uns somit scheinbar eine Duo-Session bescherten.

Nach 5 Minuten wussten wir, warum die anderen Surfer ans Ufer gegangen waren. Als wir uns nach dem Rauspaddeln aufsetzen, bemerkten wir, dass das Wasser im Line Up mittlerweile so weit abgelaufen war, dass wir beim Aufsitzen mit unseren Tails das Reef berührten.

... Bonk!

Mach es also besser als wir damals und erkundige Dich vorher, zu welchen Gezeiten der Spot überhaupt gesurft werden kann und wie die Gezeiten zu dem Zeitpunkt, an dem Du dort surfen möchtest, sein werden.

  • Was sind laut Surfguides die besten Gezeiten für den Spot?
  • Um wieviel Uhr ist Ebbe/Low Tide, wann ist Flut/High Tide, wann Mid Tide?
  • Läuft das Wasser ab?
  • Oder läuft es rein?
  • Wie wird es in einer Stunde sein und wie in zwei Stunden?

In der Regel ist einlaufendes Wasser für Intermediate Surfer am besten, da die Surfbreaks nicht so steil brechen, wie bei ablaufendem Wasser. Einlaufende Flut macht die Wellen bauchiger, der Take off ist nicht so steil und die Wellen bietet eine flachere Schulter, die in Ruhe abgearbeitet werden kann.

Ablaufendes Wasser hingegen saugt die Wellen steiler nach oben, was den Takeoff anspruchsvoller macht und die Wellen schneller kollabieren lässt....die Chancen auf Tuberiding aber erhöhen kann, aber das wird am Anfang wohl eher nicht Dein Ziel sein...

Sehr oft wird daher Gezeit Midtide incoming, also der Zeitpunkt zwischen Ebbe und Flut für Surfbreaks empfohlen.

Dies gilt übrigens auch für Beachbreaks. Ausnahmen bestätigen hier aber die Regel.


6. Verhalte Dich richtig bei einem Wipe Out

"Wiping out is an underappreciated skill"

Laird Hamilton​

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Wieder auf Bali, ein Jahr später...

Ich lasse mich von einem Outrigger-Boot auf Nusa Lembongan zum Spot Shipwrecks bringen. Die Welle bricht, wie der Name schon verrät, über einem alten Schiffswrack, das heute einen guten Reefbreak hergibt – aus vielen verrosteten Stahlteilen.

Die Welle hat an diesem Tag eine beachtliche Höhe von 3 Metern.

Ich mache mir vor Aufregung fast in die Boardshorts.​

Ich sitze mit Australiern im Line Up. Sie scheinen sehr entspannt zu sein und den Spot zu kennen, also frage ich sie, wie flach denn das Wasser hier sei... und wie nah das Riff.

Die Antwort fällt relativ kurz aus. 

„Just fall flat“

Wenn das Unvermeidliche geschieht, kannst Du Dich zumindest so verhalten, dass die Auswirkungen des Sturzes glimpflich ausfallen.

Gewöhne Dir an bei einem Wipe out an, möglichst flach nach hinten zu fallen. Indem Du die Arme und Beine ausbreitest, wirst Du eher an der Wasseroberfläche gehalten und ein zu tiefes Eintauchen vermieden. Diese Technik wird auch als Starfish, Seestern bezeichnet.

Angst vor Reefbreaks? Dieses Wissen hilft Dir weiter

Falle möglichst auf dem Rücken und spreize Arme und Beine

Kopfüber mit gestreckten Armen oder fußwärts mit gestreckten Beinen ins Wasser zu stürzen solltest Du grundsätzlich vermeiden – auch bei einem Beachbreak!

Achte aber bitte gleichzeitig darauf, Dein Board nicht nach vorne flippen zu lassen, wenn anderen Surfer vor Dir liegen, um diese nicht mit Deinem fliegenden Board zu verletzen (was übrigens viel häufiger vorkommt als Verletzungen durch Riffe).

Unter Wasser und beim Auftauchen solltest Du mit den Händen und Armen Deinen Kopf schützen.


7.  Trage Reef Booties

Unter Surf-Puristen oft verpönt, empfehle ich Anfängern und Intermediates Reef Booties zu tragen, vor allem, wenn der Untergrund wirklich scharf ist und die Gefahr von Schnittverletzungen gegeben ist.

Infektionen von Schnitten von Korallenriffen sind kein Spaß und können sich schnell entzünden. Auch Seeigel halten sich gern in Riffen auf. Angenehmer ist es, man hat Schuhe an, wenn man drauf dritt (was nicht heißt, dass die Stacheln sich sogar durch die Sohle bohren können, aber dann sicher nicht so tief).

Bessere Surfer oder solche, die ohnehin Hornhaut an den Füßen haben wie kenianische Wüstenläufer, brauchen vielleicht keine Booties. Vielleicht.

Wer aber normale Fußsohlen hat und nicht jeden Tag Barfuß läuft, wird sich als Reef-Newbie sicherer damit fühlen.

Ich selbst habe Fußsohlen, die so soft sind wie die eines frisch geschlüpften Babys. Daher trage ich beim Surfen über Riff meistens Booties.​

Trotz Reefbooties solltest Du dies jedoch nicht als Anlass nehmen,​ damit über Korallenriffe zu spazieren. Eine Berührung des Riffs kann nicht nur Dich sondern auch das Ökosystem der Korallen schädigen.

Ebenso wenig sollte Dich das Tragen von Reefbooties dazu verführen, fußwärts in das Wasser zu springen​, Du könntest mit dem Knöchel oder Unterschenkel zwischen Felsen oder Korallen eingeklemmt werden.


8. Bereite Dich körperlich, mit Wissen und Ausstattung gut vor

Die beste Vorbereitung ist die halbe Miete. Wer sich am Abend vor dem Surf noch einen hinter die Binde kippt und am nächsten Morgen einen auf Kelly Slater machen will, kriegt zwangsläufig und verdientermaßen was auf die Fresse (außer vielleicht im Film).

Wenn Du nervös bist vor Deinem ersten Reef, entwickelst Du Vertrauen aus diesem Gut-Vorbereitet-Sein.

    • Sei zum Zeitpunkt körperlich fit. Wie Du Dich für einen Surftrip vorbereiten kannst, erzählt Dir z.B. Stefan auf seinem Blog travelonboards.de
    • Bereite auch Dein Surfbrett gut vor, z.B. indem Du es gut wachst.
    • Reichere Dein Wissen über das Surfen und über die Entstehung von Wellen und deren Verhalten auf verschiedenen Untergründen an.
    • Auch das gehört dazu: habe Medikamente für den Fall der Fälle dabei. Wundspülung, Betaisodona, Verbandszeug. Für den Notfall habe ich gerade bei länger Surfreisen gegen Infektionen auch Antibiotika/Doxycyclin dabei (sprich vorher mit einem Arzt über Anwendung und Dosierung).
    • Wenn es passiert ist: bei kleinen Schnitten, wie z.B. kleinere Cuts an Füßen oder Händen, kannst Du mit einem Verband wieder ins Wasser. Unbedingt jeden Tag säubern und beobachten. Als oberstes Pflaster/Fixierung empfehle ich das gute alte Gaffa Tape – alles andere hält nicht! Bei größeren Wunden, wie bei unserem australischen Freund: stay out of water for a while!

    Auf diese Weise paddelst Du entspannter ins Line Up, weil Du gut vorbereitet bist.


    9. Stelle Dich mental ein, um Deine Angst zu mindern

    Das Wissen um das Thema Reefbreaks kann die Angst schon einmal etwas nehmen.

    Oft bleiben aber irrationale Gedanken und negativen Gefühle, die einen an einer wunderbaren Surferfahrung hindern.

    Dennoch nützt es nichts, wenn Du Dich in Deine Angst reinsteigerst. 

    • Versuche daher mit Logik und Realismus an die Sache heranzugehen.
    • Bleibe ruhig und kontrolliert und analysiere die Situation. Identifiziere die irrationalen Gedanken und Gefühle, die Deine Angst vergrößern und eskalieren lassen.
    • Wie heißt es doch so schön: lass die Angst da sein. Betrachte sie von außen. So wird sie schon mal kleiner.
    • Sei auf diese Weise auch gedanklich vorbereitet auf einen eventuellen Wipe Out, so dass dieser nicht überraschend kommt. So kannst Du bereits planen, was Du in dem Fall tun kannst (siehe Punkt 6), um handlungsfähig zu sein.
    • Du kannst zudem vor der Surfsession meditieren, um Dich von negativen Gedanken zu lösen, entspannende Atemübungen machen oder angenehme Musik hören. Versuche verschiedene Ansätze aus, die Dich entspannen (nein, keine Drogen) und finde heraus, was am besten für Dich funktioniert.
    • Für Außenstehende kann es bescheuert wirken, dennoch arbeiten auch Profisportler damit: Selbstgespräche können hilfreich sein, Deine Angst beiseite zu wischen und um Dich zu motivieren und zu puschen. Sätze wie "ich schaffe das" oder "ich bin gut vorbereitet", helfen dabei mit Selbstvertrauen in die Situation zu gehen.

    10. Just do it!

    Sei einerseits also kein Kook und bereite Dich auf das Reefbreak-Surfen gut vor, damit Du Dich nicht unnötig in Gefahr bringst.

    Andererseits, rate ich Dir, Dir nicht eine zu große Platte zu machen und es einfach zu tun!

    Surfe den Reefbreak! Und Du wirst vielleicht die beste Welle Deines Lebens surfen!​

    Just do it!


Hier nochmal die Zusammenfassung:

Reefbreaks haben viele Vorteile, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest:

  • Fixer Peak
  • Feste Laufrichtung
  • Berechenbarkeit
  • Channels
  • Du kannst sie oft vom Boot aus surfen

Hilfreiche Tipps für das Surfen von Reefbreaks:

  1. Studiere den Break (Surfguides, mit anderen Surfern sprechen, vorher ansehen)
  2. Suche Dir einen Reefbreak, der zu Deinen Fähigkeiten passt
  3. Meide die flachen Zonen des Breaks
  4. Fange mit kleinen Wellen an
  5. Kenne die Gezeiten
  6. Verhalte Dich richtig bei einem Wipe out – Stichwort: "Starfish"
  7. Trage Reefbooties
  8. Bereite Dich gut vor: sei körperlich fit, wachse Dein Brett, reichere Dein Wissen an, habe Medikamente dabei
  9. Stelle Dich mental ein, um Deine Angst zu kontrollieren
  10. Just do it!

Viel Spaß beim Reefsurfen!

Dein Veit


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Über den Autor

Veit Jürgens

Hallo, ich bin Veit! Dies ist mein Blog, auf dem ich über meine Leidenschaft, das Surfen schreibe! Gern teile ich mit Dir meine Erfahrungen und Tipps zum Thema Wellenreiten und Wellenreisen. Mehr über mich erfährst Du unter dem Menüreiter „Über“.

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7 Responses

  1. Markus

    Hey,
    Schöner, ausführlicher Bericht. Hätte ich vor einigen Jahren gut brauchen können. Aber auch ohne Anleitung ist alles glatt gelaufen.
    Mir hat es geholfen, dass Andere bestätigt haben, mein Surfen würde ausreichen. Ich bin damals auch nicht alleine rausgepaddelt, sondern hatte „Begleitschutz“. Draussen angekommen, hat man mir den Spot erklärt und ich hab mir alles erst mal aus dem Chanel angeschaut.
    Den Respekt hab ich bis heute trotzdem nicht verloren und wenn ich mich nicht sicher fühle bleib ich erst mal draussen und beobachte was der Rest so macht.
    Grüße

    Antworten
    • Veit Jürgens
      Veit Jürgens

      Hallo Markus, vielen Dank, das ist ein sehr guter Hinweis von Dir! Besser surft es sich in Begleitung, so kann man sich gegenseitig Tipps geben und motivieren! Beste Grüße

      Antworten
  2. Sabine

    Lieber Veit,

    du hast da einen tollen Artikel hingezaubert! Geballte Info und ganz viele Tipps. Ich bin mir sicher, der Beitrag wird vielen bei der Reef-Angst weiter helfen können.

    Und danke fürs erwähnen!

    Antworten
    • Veit Jürgens
      Veit Jürgens

      Hallo Sabine, vielen Dank! Freut mich, wenn er Dir und anderen gefällt! Bin nun auf dem Sprung nach Siargao und schon gespannt auf Deine angekündigten Anregungen!

      Antworten
  3. Julian

    Wow Veit. Krasser Artikel. Da hast du echt alles reingepackt, was man wissen muss um sich ans Riffsurfen ranzutasten.

    Es ist eben wichtig zu verstehen, dass ein Reefbreak nicht gleich ein Reefbreak ist. Was erstmal angsteinflößend klingt, muss nicht immer so gefährlich sein, wie viele meinen. Letztendlich kann eine hol brechende Welle über Sand mehr Schaden anrichten als ein sanfter Break über Riff. Entscheidend ist, den Unterschied auch zu erkennen und das braucht einfach ein bisschen Erfahrung.

    Also dann, don`t kiss the reef!
    Cheers Mate 😉

    Antworten
    • Veit Jürgens
      Veit Jürgens

      Hallo Julian, Surfer Dude, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, das stimmt, so mancher Beachbreak ist sogar gefährlicher, ich denke da an Supertubos in Portugal oder auch an die Shorebreaks in Hossegor! Und Erfahrungen sind beim Surfen immer wie ein Schlüssel zu einer Schatzkiste, in der man jedes Mal etwas anderes findet! Das macht das Surfen so spannend! Beste Grüße nach Gran Canaria (?)!

      Antworten

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